Wissen und Dialog

Sportgroßevents sind nicht nur sportliche Spektakel und massenmediale Ereignisse, sondern auch gezielte Instrumente, um Städte und Länder bekannt zu machen, sie in den Fokus der Aufmerksamkeit zu stellen und dadurch das Image zu stärken, Tourismus zu forcieren und – last but not least – die Wirtschaft anzukurbeln bzw. Investor_innen anzulocken.

Viele inländische, vor allem aber ausländische, transnational agierende globale Konzerne sind in den Aufbau der Infrastruktur von Großereignissen und damit verbundenen weiteren städtebaulichen Maßnahmen involviert. Nicht zuletzt werden auch immense Investitionen in den Tourismus getätigt. Nicht ohne soziale, ökonomische und ökologische Negativauswirkungen. Dem gegenüber stehen stets betonte Aspekte der Nachhaltigkeit, deren sich auch Rio 2016 verschrieben hat: darunter Aspekte wie Ressourcenschutz, Entwicklung, Frieden, Good Governance, Kostenreduktion und Transparenz.

Im Rahmen von „Wissen und Dialog“ soll vor allem das Thema „Wirtschaft und Nachhaltigkeit“ im Mittelpunkt stehen. Dies einerseits durch Dialogveranstaltungen zu diesem Thema, durch redaktionelle Beiträge, als auch durch eine Studie, die die Verantwortung von Unternehmen und deren Handlungsspielräume, diesen nachzukommen, in den Fokus rückt.

Drei Dialogveranstaltungen des Lateinamerika-Instituts (LAI) zu „Wirtschaft und Nachhaltigkeit“ behandeln u.a. folgende Themen:

  • Historisch-politische Rahmenbedingungen in Brasilien für nachhaltige Entwicklung
  • Ressourcenschutz (Umwelt, Wasser, etc.) in Rio und Brasilien
  • Stadtentwicklung und -erneuerung in Rio
  • Nachhaltigkeit und unternehmerisches Handeln; in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) und Präsentation der Studie „Wie tragen österreichische Unternehmen zu Rio 2016 bei?
  • Alternative Ansätze und Strategien (Post-Olympia)

Die Frauen*solidarität wird eine Schwerpunktnummer der Zeitschrift den sich überschneidenden Themen Brasilien – Olympische/Paralympische Spiele – Menschenrechte – Bewegungen – Diversität widmen.

Die Weiterentwicklung eines Ressourcenpools aus Wissenschaftler_innen und Kulturschaffenden dient zur Vermittlung von Kontakten und soll zu einem verstärkten Austausch zwischen Österreich und Brasilien anregen. Zusätzliche Inhalte drehen sich um Unternehmen und Expert_innen zum Thema „Nachhaltigkeit“ in Brasilien und Rio.

Einen Beitrag zu „Nosso Jogo“ wird es in der Revista Revela (Realidades y Visiones sobre Latinoamerica) geben.

Ergänzend erarbeitet das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) eine Studie zum Thema „Wie tragen österreichische Unternehmen zu Rio 2016 bei?“. Die Studie wird fokussierte Recherche zu Menschenrechtsrisiken in der Vorbereitung und Austragung der Olympischen Spiele beinhalten und vergleichbare Situationen und Lösungsansätze bei vergangenen Sportveranstaltungen beschreiben. Weitere Inhalte sind die Identifikation der unternehmerischen Verantwortung und die daraus resultierenden konkreten Verpflichtungen.