marcha_dos_atletas_20160802_n

Pressetermine // Rio 2016: Die andere Seite von Olympia kennenlernen // Di. 2.8. bis Fr. 5.8.2016 // Rio de Janeiro

Wien/Rio de Janeiro, 28.07.2016  –  In 8 Tagen beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Im Schatten der Vorbereitung zu den Spielen kam und kommt es in der Stadt zu Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsumsiedelungen und Polizei- und Militärgewalt. Enorme öffentliche Ausgaben führten zu dramatischen Engpässen im Bildungs- und Gesundheitsbudget. So hat der Bundesstaat Rio de Janeiro vor sechs Wochen den finanziellen Notstand erklärt.

Die Initiative Nosso Jogo setzt sich für Olympische Spiele ohne Vertreibungen, Gewalt und Ausbeutung ein und wird u.a. von den österreichischen OlympiastarterInnen Sabrina Filzmoser, Ana Roxana Lehaci, Jennifer Wenth und Günther Matzinger sowie politischen Entscheidungsträgern unterstützt.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele gibt es einige Veranstaltungen und Kundgebungen von Nosso Jogo NetzwerkpartnerInnen in Rio de Janeiro, die einen alternativen Blick auf die Vorbereitungen bieten, gesellschaftliche Konsequenzen beleuchten und Betroffene zu Wort kommen lassen.
Alle Termine sind in Lokalzeit Rio de Janeiro angegeben:

  • 2.8., 10:30  … Pressekonferenz von Amnesty International & Terre des Hommes
  • 3.8., 17:30 … Pressegespräch im Rahmen der „Internationalen Konferenz zur Nachhaltigkeit von Sportgroßereignissen; MEGA ↔ SUSTAINABILITY
  • 1. bis 5.8. … Woche „Jornada de Lutas contra Rio 2016 – Os Jogos da Exclusão
    (Reise der Kämpfe gegen Rio 2016 – Spiele des Ausschlusses):

    • 2.8., 17:00, bis 4.8., 20:00 … Museu das Remoções (Museum der Zwangsumsiedelungen)
    • 2.8., 18:00 … Marcha dos Atletas (Marsch der AthletInnen)
    • 3.8., 10:00 … Buchpräsentation „Affected women: Life stories of women in the Olympic city
    • 5.8., 14:00 … „Grande Ato“ Demonstration („Der große Akt“) vor der Eröffnung der Olympischen Spiele

Dienstag, 2. August, 10:30 // Amnesty International & Terre des Hommes International //
Pressekonferenz „RIO 2016: OLYMPICS MARRED BY FORCED EVICTIONS AND DRAMATIC SPIKE IN POLICE KILLINGS“

Eine junge Betroffene von Zwangsumsiedelungen und Überlebende von Schießereien durch Polizei bzw. Militär stehen bereit für Interviews. Die „Sport and Rights Alliance“ (SRA), eine Koalition von führenden Sport- und Menschenrechts-Organisationen, diskutiert die dem IOC jüngst präsentierten Empfehlungen zum Stopp von Menschenrechtsverletzungen und Korruption für künftige Olympische Spiele.

Dienstag, 2. August, Eintreffen 10:00; Start: 10:30

Ort: Casarão Ameno Resedá, Rua Pedro Américo, 277, Catete, Rio de Janeiro
(Nächste Metro-Station: „Catete“, ca. 500m vom Ort der Pressekonferenz)

Panelgäste:

  • Andrea Florence, Terre des Hommes’ Expertin für Kinderrechte und Auswirkungen von Zwangsumsiedelungen auf Kinder.
  • Naomy Oliveira, 14 Jahre alt, lebte in Vila Autódromo, einer Gemeinschaft, die für den Bau des Olympischen Parks zerstört wurde.
  • Renata Neder, Amnesty International Brazil, spricht über Tötungen durch Polizeigewalt und eine neue App zur Meldung von Ereignissen mit Waffengewalt.
  • Vitor Santiago, überlebte knapp eine Militärschießerei im Rahmen der FIFA WM 2014, und ist seither querschnittgelähmt.
  • Carlos Henrique Souza, Vater von Carlos Eduardo, einem von fünf jungen Männern, die 2015 im Rahmen einer Polizeioperation durch die Polizei getötet wurden.
  • Sylvia Schenk, Transparency International Germany, spricht im Namen der SRA über die Empfehlungen an das IOC.

Zur Bestätigung Ihrer Teilnahme kontaktieren Sie bitte naomi.westland@amnesty.org.uk.
Sprache der Panelgäste: Englisch oder Portugiesisch. Simultanübersetzung verfügbar.

Medienkontakt:
Amnesty International
Naomi Westland: naomi.westland@amnesty.org.uk
Tel (in London): +44 20 7033 6414, (außerhalb der Bürozeiten) +44 7721 398984
In Rio (von 31. Juli bis 5. August): +44 7392 084384

Mittwoch, 3. August, 17:30 bis 18:30 // Podiumsdiskussion, Pressegepräch // Internationale Konferenz zur Nachhaltigkeit von Sportgroßereignissen

Das Deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Goethe-Institut in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro sowie dem brasilianischen NRO Netzwerk „Sport für Soziale Veränderung“ (REMS) laden Experten und Publikum zur Konferenz „MEGA ↔ SUSTAINABILITY“ in Rio de Janeiro ein. Gemeinsam diskutieren ausgewählte Experten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit von Sportgroßveranstaltungen und erarbeiten Empfehlungen.

Nosso Jogo Netzwerkpartner aus der Sport and Rights Alliance (Sylvia Schenk, Transparency International Germany; Andrea Florence, Terre des Hommes International) werden dabei in einer Arbeitsgruppe zum Thema „Transparency and Human Rights“ führend mitwirken.

Von 9 bis 17 Uhr (geschlossene Veranstaltung nur für Gäste);
Von 17:30 bis 18:30 Uhr (Podiumsdiskussion offen für Presse und Publikum)

Ort: Museu de Arte do Rio (MAR), Praça Mauá 4, Centro, Rio de Janeiro

Panelgäste (to be confirmed):

  • Wilfried Lemke (UN Special Advisor für Sport, Entwicklung und Frieden)
  • Eduardo Paes (Bürgermeister Rio de Janeiro)
  • Dr. Michael Vesper (CEO, Deutscher Olympischer Sportbund DOSB)
  • Experten aus Arbeitsgruppen der Konferenz

Für Ihre Anmeldung kontaktieren Sie bitte jogosdosul@rio.goethe.org.
Sprache der Panelgäste: Englisch oder Portugiesisch. Simultanübersetzung verfügbar.

Weitere Informationen:

Kontakt:
Goethe-Institut Rio de Janeiro
Rua do Passeio 62, 1° e 2° and.
20021-290 Rio de Janeiro-RJ Brasilien
Tel. +55 21 38048200
Fax +55 21 38048226
E-Mail: info@rio.goethe.org  oder jogosdosul@rio.goethe.org

1. August, 9:00, bis 5. August, 22:00 // „Jornada de Lutas contra Rio 2016 – Os Jogos da Exclusão“ (Reise der Kämpfe gegen Rio 2016 – Spiele des Ausschlusses)

Vom 1. bis 5. August, in der Woche vor der Eröffnung der Olympischen Spiele, organisieren zivilgesellschaftliche Bewegungen, Organisationen und Gruppen (als Vereinigung „Comitê Popular Rio Copa e Olimpíadas“) die sogenannte „Jornada de Lutas contra Rio 2016 – Os Jogos da Exclusão“. Eine Reihe von Aktivitäten wird Menschenrechtsverletzungen und andere Absurditäten anprangern, die in Rio de Janeiro im Gange sind, um die Realisierung der Olympischen Spiele zu gewährleisten und die Vermarktung der Stadt und die städtische Kontrolle zu voranzutreiben.

Kontakt:
Thiago Mendes (Journalist, PACS Institute, Partnerorganisation der Dreikönigsaktion)
M: +55 21 99142 4447
E: thiago@pacs.org.br

Der Journalist Thiago Mendes ist für die Dreikönigsaktion in Rio de Janeiro tätig und berichtet regelmäßig aus Rio. Er spricht Englisch.

Weitere Informationen:

2. August, 17:00, bis 4. August, 20:00 // Museu das Remoções (Museum der Zwangsumsiedelungen) // im Rahmen der „Jornada de Lutas contra Rio 2016 – Os Jogos da Exclusão“

Teil der Aktionstage ist auch das Museum der Zwangsumsiedelungen:

  • Fotoausstellung eines Bewohners von Vila Autodromo im IFCS
  • Museum am Platz: Largo Sao Francisco, Skulpturen zu Ehren einer afrobrasilianischen Priesterin, die wegen Olympia zwangsumgesiedelt wurde
  • Zwangsumsieldungen und Literatur: Wenn aus der Not Worte werden, Zwei Autorinnen, die Zwangsumsiedlungen selber erlebt haben

Ort:
IFCS – Instituto de Filosofia e Ciências Sociais; Largo de São Francisco Paula, 1, Rio de Janeiro

Kontakt:
Thiago Mendes
M: +55 21 99142 4447
E: thiago@pacs.org.br

Weitere Informationen:
Veranstaltung (Facebook)
2. August, 18:00 //  Marsch der AthletInnen // im Rahmen der „Jornada de Lutas contra Rio 2016 – Os Jogos da Exclusão“

Während der Vorbereitungen für die Olympischen Spiele wurden wichtige Sportstätten in Rio wie das Stadion Atletismo Célio de Barros und der Wasserpark Parque Aqúatico Julio Delamare​ geschlossen. Auch andere Sportstätten für die Bevölkerung wurden geschlossen bzw. privatisiert. So wurden auf Sportstätten Shoppingcenter errichtet (Shopping Lagoon). TriathletInnen und BoxerInnen haben keinen Trainingsplatz mehr. Deswegen wird am 2.August um 18:00 der Marsch der AthletInnen organisiert. Profi und Amateur-SportlerInnen und die Bevölkerung gehen auf die Straße und fordern das Recht auf Sport.

Kontakt:
Thiago Mendes
M: +55 21 99142 4447
E: thiago@pacs.org.br

Weitere Informationen:
Veranstaltung (Facebook)

 

3. August, 10:00 // Buchpräsentation „Affected women: Life stories of women in the Olympic city“ // im Rahmen der „Jornada de Lutas contra Rio 2016 – Os Jogos da Exclusão“

When asked „Why?“, we always find women at the forefront of the fight against rights violations. Maria da Penha, symbol of resistance against the evictions in Vila Autódromo, answered, „My daughter once said that a woman is like the tree of the house. She is the one who sustains all of the branches. And it’s true. In the community’s struggle, you see more women on the frontline because that’s their home. It’s their story. It’s their life“.

Woman are, and have always been, on the frontline of the struggle for peace and justice wherever rights and lives are at risk in the Global South. It is no different in Rio de Janeiro, a city that was turned into a product to be sold and a showcase of potential business opportunities linked to the mega sporting events.

Ort:
IFCS – Instituto de Filosofia e Ciências Sociais; Largo de São Francisco Paula, 1, Rio de Janeiro

Kontakt:
Thiago Mendes
M: +55 21 99142 4447
E: thiago@pacs.org.br

Weitere Informationen:
Veranstaltung (Facebook)

 

5. August, 14:00 // „Grande Ato“ Demonstration („Der große Akt“) // im Rahmen der „Jornada de Lutas contra Rio 2016 – Os Jogos da Exclusão“

In einer Stadt, wo die Kluft der Ungleichheit wächst und die Grundlage für Traktoren, Bomben und Kugeln zunimmt, ist es wichtig, den Kampf für das Recht auf die Stadt, Demokratie und soziale Gerechtigkeit fortzusetzen und zu fördern. Es wird mobilisiert, um Menschenrechtsverletzungen zu verurteilen, die illegal im Namen von privaten Interessen und gegen die Bevölkerung begangen wurden.

Ort:
Praça Saens Peña, 20520-090 Rio de Janeiro
(Metro-Station „Saens Peña“; nahe dem Maracanã-Stadion)

Kontakt:
Thiago Mendes
M: +55 21 99142 4447
E: thiago@pacs.org.br

Weitere Informationen:
Veranstaltung (Facebook)

 
Rückfragehinweise in Österreich:

Konrad Rehling
Südwind
T: +43/1/405 55 15-335
M: +43/676/855 06 57
E: konrad.rehling@suedwind.at

Christian Herret
Dreikönigsaktion – Hilfswerk der Katholischen Jungschar
T: +43/1/481 09 91-41
M: +43/676/88 011 – 1071
E: christian.herret@dka.at
Die gemeinsame Initiative Nosso Jogo (Portugiesisch für „Unser Spiel“) von fairplay am Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC), Südwind, Dreikönigsaktion, Frauen*solidarität, dem Österreichischen Lateinamerika-Institut, dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte und Globalista steht für eine innovative entwicklungspolitische Bildungs-, Kultur- und Informationsarbeit und setzt sich für bindende Menschenrechtsstandards bei Sportgroßevents ein. Mehr Infos zu Nosso Jogo finden Sie unter nossojogo.at.

Die Initiative „Nosso Jogo – Initiative für globales Fair Play“ wird mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt.