Quelle: http://www.olympia2026.at/download/

Ja oder Nein zu Olympischen Winterspielen Innsbruck-Tirol 2026?

Am 15. Oktober werden die BürgerInnen zur Urne gerufen. Es gilt nicht nur einen neuen Nationalrat zu wählen. In Tirol findet eine Volksbefragung statt, bei der über eine mögliche Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026 abgestimmt wird.

Auch wenn die Einhaltung von Menschenrecht (noch) nicht explizit genannt wird, setzen die InitiatorInnen von Olympia 2026 Innsbruck-Tirol voll und ganz auf Begriffe wie „Nachhaltigkeit“ oder „Green Event“. Im Gegensatz zum Gigantismus der Winterspielen 2014 in Sotschi mit Kosten von 50 Milliarden Euro will man moderate und „sozial verträgliche Spiele“. Laut einer Studie sollen die Gesamtkosten des redimensionierten Events nur 1,175 Milliarden Euro ausmachen. Zusätzlich müsste die öffentliche Hand die Kosten für die Sicherung der Spiele übernehmen.

Nicht zuletzt aufgrund der öffentlichen Diskussion über den übel beleumundeten IOC und die Missachtung ökologischer und sozialer Standards früherer Spiele, haben die BeführworterInnen einen schweren Stand. Bei zwei Volksabstimmungen in den Jahren 1993 und 1997 sprach sich die Innsbrucker Bevölkerung bereits dagegen aus.

In einem 10 Punkte- Programm“ für die Olympischen Winterspiele in Innsbruck/Tirol gibt man sich einsichtig: „Wir stehen der Entwicklung der Olympischen Spiele – so wie sie bisher stattgefunden haben – kritisch gegenüber und wollen nicht in den Schaukampf der grenzenlosen und künstlichen Mega-Events mit ausufernden Kosten einsteigen“. Die InitiatorInnen verweisen stolz auf die „Olympic Agenda 2020“ die dem IOC erstmals erlaubt in die Host City Verträge Klauseln über das Verbot von Diskriminierung, Umweltschutz und die Einhaltung von Arbeitsrecht aufzunehmen.

Sollte sich Tirol-Innsbruck wirklich für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 bewerben, bleibt es abzuwarten inwieweit Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit Schlagworte bleiben, oder ob die Bewerbung wirklich neue Maßstäbe in Sachen demokratische Mitbestimmung und Menschenrechte setzt.