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Lektüretipp: Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Frauen*solidarität (Nr. 136; 2/2016) – Zwei Artikel zum Downloaden

Im Rahmen von Nosso Jogo widmet die Frauen*solidarität ihre aktuelle Ausgabe dem Thema „Olympische Spiele. Brasilien, Frauenrechte und Sport“.

Das Herzstück der Olympischen Spiele ist der Marathon. Aber erst seit 1984 – den Spielen in Los Angeles – ist es Frauen erlaubt daran teilzunehmen. 2012, bei den Spielen in London, waren – zum ersten Mal in der Olympischen Geschichte – alle 26 Sportbereiche für Frauen offen, die 44% der Teilnehmer_innen ausmachten. Aber es bleiben weiterhin Ungleichheiten im Sport bestehen. Sportgroßereignisse, wie die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio diesen Sommer, werfen viele Fragen auf. Wie schaut es mit Geschlechtergerechtigkeit im Sport aus? Wieso ist die anfängliche Euphorie darüber, dass die Spiele in Brasilien stattfinden werden, verschwunden und die Menschen protestieren auf den Straßen? Und welchen Einfluss haben Sportgroßereignisse in den Austragungsorten? Die Autorinnen dieser Ausgabe geben Antworten auf diese Fragen.

Inhalt

Schwerpunkt: Sportgroßereignisse und Frauen- und Menschenrechte

  • Rio als umkämpfter Ort?! Juliana Barbassa im Interview (Claudia Dal-Bianco und Petra Pint) zum Download
    Kopenhagen, 20. Oktober 2009: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkündet den Austragungsort für die Sommerspiele 2016: Brasilien. Auf den Straßen von Rio feiern die Menschen diese Entscheidung und freuen sich, der Welt Brasilien von seiner schönsten Seite präsentieren zu können. Die Folgen: Die Immobilienpreise steigen. Menschen werden umgesiedelt. Sie gehen auf die Straßen und protestieren. Die Euphorie schwindet. Wie hat sich Rio in den letzten Jahren verändert? Wer profitiert von Sportgroßereignissen wie diesen? Was passiert mit den Menschen, die in der Folge zwangsumgesiedelt werden?
  • Die Spiele enden, die Auswirkungen aufs Leben der Menschen bleiben. Interview mit Julia Bustamante (Petra Pint)
    Julia Bustamante berichte im Gespräche über Menschenrechtsverletzungen im Zuge der Vorbereitungen für die diesjährigen Olympischen Spiele, wie sich Brasilianer_innen dagegen wehren und was von Seiten der Regierung, der Internationalen Gemeinschaft und der Zivilgesellschaft dagegen unternommen werden kann.
  • Fight for Rio’s Streets. Grafitti against high speculations on the real estate market (Isabel Makhoul)
    Brasilien als Austragungsort großer Sportereignisse verändert Stadtbilder und auch den Immobilienmarkt. Communities werden verdrängt, Immobilienpreise schießen in die Höhe. Graffitikünstler_innen versuchen sich den urbanen Raum wieder anzueignen und verwenden ihre Kunst, um ihre Community zu informieren. Welche Rolle die Straßenkunst in Rio de Janeiro spielt, erfahren Sie in diesem Artikel.
  • Made in Brazil. Cappies aus Sweatshops im Hinterhof (Kirsten Clodius)
    Weiter, höher, schneller – das ist nicht nur für die Sportler_innen die Devise, auch die Sponsor_innen wollen gewinnen. Das geht zu Lasten der Arbeiter_innen, die für uns Sport- und Fanartikel herstellen. Der Großteil der in diesem Sektor Arbeitenden sind Frauen.
  • Brasiliens Königinnen der Wellen. Geschlechtergleichstellung beim Surfen (Silvia Jura)
    7.000 Kilometer Küste, unzählige Surfparadiese, ein neuer Wassertrendsport, der sich wie ein Fieber ausbreitet, Championships im ganzen Land und jetzt sogar die Olympischen Spiele! Doch wer denkt, dass Brasilien seine Königinnen huldigt, irrt sich.
  • Verletzung indigener Rechte. Indigene Spiele und Politik im Olympialand Brasilien (Uta Gunert)
    In Brasilien leben mehr als 300 indigene Völker. Sie bilden eine Minderheit in dem kolonial geprägten Land, dessen Bevölkerungsvielfalt auf Indigene, afrikanische Sklav_innen und Europäer_innen zurückgeht. Ihr Kampf ist in der Regel kein sportlicher, sondern ein überlegensnotwendiger. Dabei geht es um den Anspruch auf eigenes Land, das ihnen nach dem Gesetz zusteht, um das sie aber mit anderen Interessengruppen kämpfen müssen.
  • Acht Sekunden. Flucht und Olympia (Claudia Dal-Bianco)
    Mit Ausdauer und Ehrgeiz treten die Sportler_innen an, um Ruhm und Ehre für ihr Land zu erlangen. Die Flaggen werden hochgehoben und die Nationalhymnen gespielt. Was passiert, wenn die Bedingungen im eigenenen Land nicth gut genug sind, um dort bleiben zu können? Auch Sportler_innen sind vor Flucht nicht gefeit. Das zeigen die Biographien von Yusra Mardini und Samia Yusuf Omar.
  • Recht auf Rad. Diskriminierung von Frauen im Sport (Nadine Mittempergher)
    Überall auf dieser Welt fahren Menschen Fahrrad. Für manche ist das selbstverständlich, für andere ein Traum. Dass Frauen Fahrrad fahren dürfen ist erstens ein hart erkämpftes Recht, und zweitens gilt diese durchaus nicht für alle Länder.
  • Im Sport genauso wie in anderen Bereichen. Unterschiedlicher Lohn bei gleicher Arbeit (Regina Roschmann und Yvonne Weigelt-Schlesinger) zum Download
    Am 19. März 2016 fand in Deutschland der Equal Pay Day statt. Frauen verdienen in Deutschland bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation derzeit 22% weniger als Männer. Der 19. März steht also symbolisch für den Tag, bis zu welchem Frauen quasie jedes Jahr umsonst arbeiten, wenn sie anschließend bei gleichem Lohn wie Männer weiterarbeiten würden. In Österreich fiel dieser Tag auf den 10. März 2016, in der Schweiz auf den 24. Februar 2016. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro stehen vor der Tür, und es stellt sich die Frage, wie die oben geschilderte Situation im Sport aussieht.
  • Eine Suche nach Inspiration. Die FIFA-Fußball-WM 2018 in Russland (Maria Knaub)
    Unter dem Slogan „Ready to inspire“ erhielt Russland den Zuschlag für die Fußballweltmeisterschaft 2018. Zwei Jahre vor dem sportlichen Großereignis klingt dieses Motto wie purer Zynismus. Das Land führt an mehreren Fronten Kirege und durchlebt intern eine schwere Wirtschaftskrise. Korruptionsskandale enthüllen eine Spirale der Gewalt, in die Russland immer weiter zu geraten scheint. Der Artikel begibt sich auf die Suche nach Inspiration und findet diese bei mutigen Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen.

Außerhalb des Schwerpunkts:

  • Leben für den Widerstand. Zum Tod der honduranischen Aktivistin Berta Cáceres (Linnéa Richter)
  • Krise der Solidarität. Besuch im Flüchtlingslager Azraq in Jordanien (Ulrike Lunacek)
  • Weltumspannend, zukunftsweisend, bewegend. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Kathmandu (Monika Gärtner-Engel)
  • Wir werden gehört! Die philippinische Aktivistin Yuen Abana im Gespräch (Ulrike Bey)
  • Kollateralschäden. Menschenhandel – die unmenschliche Variante der Migration (Gundi Dick)
  • Tricky Women 2016. Partizipative Filmprojekte zum Thema Migration (Maria Knaub)

Die Hefte gibt es in ausgewählten Buchhandlungen, bei Nosso Jogo-Veranstaltungen oder direkt bei der Frauen*solidarität zum Bestellen. Weitere Informationen: http://www.frauensolidaritaet.org/zur-zeitschrift-3